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Von meiner Seite gibt es jetzt eigentlich nichts mehr zu sagen. Wenn doch noch jemand den Pokal fallen lässt, melde ich mich natürlich nochmals. Ansonsten findet ihr mich wieder am Buffet. Danke für die Aufmerksamkeit und bis nächstes Jahr.
Nun kommt es zum Höhepunkt der Zeremonie: Der SV Sandhausen reckt den Pokal in die Höhe! Nachdem die Saison in der Meisterschaft nicht zufriedenstellend verlief, wird man im Hardtwald froh sein, zumindest in diesem Wettbewerb traditionell erfolgreich gewesen zu sein und sich wieder für den DFB-Pokal qualifiziert zu haben. Und für den BFV-Pokal ja sowieso.
Danach darf auch der Rest seines Teams sich die verdienten Medaillen abholen. Die Underdogs haben sich hier teuer verkauft und man sieht ihnen an, dass sie auch jetzt schon stolz auf das Geleistete sind.
Zum Man of the Match wurde Daniel Calo von Türkspor gewählt, der dafür frenetisch von seinem Team gefeiert wird.
Auf dem Spielfeld beginnen die Feierlichkeiten der Siegerehrung. Den Anfang machen die Unparteiischen um Schiedsrichter Lukas Heim, der im besten Sinne unauffällig agierte und die Partie nicht zum Heimspiel machte. Außerdem dabei Niklas Diehm, Mika Forster (nicht der Sänger! Ich war auch erst verwirrt) und Stefan Faller. Reife Leistung des Gespanns.
Nachdem in der ersten Viertelstunde der Hauch einer Pokalsensation in der Luft lag, muss sich Türkspor Pforzheim mit dem Sensatiönchen Finaleinzug begnügen und kann trotzdem völlig zurecht und voller Stolz mit den mitgereisten Fans feiern.
Das Spiel ist aus und der SVS zeigt sich mal wieder als schlechter Verlierer. Das bedeutet nicht, dass er nicht gut mit Niederlagen umgehen könnte. Er findet nur einfach niemanden, der ihn besiegen kann. So gewinnt der Rekordsieger Sandhausen wie im letzten Jahr und so oft davor den BFV-Rothauspokal.
Abpfiff der Begegnung

Die Ereignisse überschlagen sich. Es wird viel gewechselt, dazwischen getroffen und dann gibts auch noch Streit zwischen den Trainerbänken. Ich stehe ehrlich gesagt kurz vor dem Kreislaufkollaps und denke sehnsuchtsvoll an die erste Halbzeit zurück, als ich nur halbherzige Namenswitze tickern musste und nicht wie jetzt halbherzige Namenswitze tickern und noch dazu das Spiel verfolgen, als wäre ich gerade mitten in der vierten Staffel bei Breaking Bad eingestiegen.
Gelbe Karte für Niklas Kreuzer (16)

Emre Bozdag (19) für Daniel Calo (9)

Besar Halimi (11) für Taylan Duman (5)
Der Torschütze zum 1:0 verlässt das Feld. Der Treffer zählt trotzdem weiterhin.

Metinas Abromavicius (15) für Nico Plattek (7)
Nico ist Plattek, Metinas ist noch fittek.

Enes Koc (61) für Khery Hamka (29)

Tor durch Jakob Lewald (14)
Freistoß von halbrechts, in der Mitte steigt Kapitän Lewald am höchsten und trifft hier wohl zur Vorentscheidung.


Hüseyin Söylemez (99) für Alan Delic (21)

Yanis Outman (42) für Sebastian Stolze (36)

Viktor Erik Vidar Granath (12) für Dominic Baumann (28)
Auch Sandhausen hat noch eine Granath in der Hinterhand.

Gelbe Karte für Dominic Baumann (28)
Baumann langt im Mittelfeld energisch zu und Hamka besteht danach zu 92 Prozent aus Schmerz. Nach kurzer Behandlungspause geht es aber weiter.

Niklas Kreuzer (16) für Luca-Milan Zander (19)

Jonas Weik (31) für Stanislav Fehler (7)
Aus einem Wechsel mit dem Spieler Fehler und einem 31er ließe sich sich eine halbe Biographie über Bushido schreiben. Das muss aber warten, da hier weiterhin Fußball gespielt wird.

Matheus Correia Dos Santos (20) für Kadir Sefa Bulut (22)
Manchmal muss man einfach lieb fragen. Danke und liebe Grüße an alle auf der Pforzheimer Bank, die diesen Ticker lesen.

Noch eine knappe halbe Stunde ist zu spielen und Türkspor, das hier phasenweise mit einer gut stehenden Sechserkette agiert, muss sich die Frage stellen, wann der Zeitpunkt erreicht ist, von der Komfortzone in die Komm-vor-Zone zu wechseln. Auch aus meinem persönlichen Interesse muss die Frage erlaubt sein, wie man einen Spieler mit dem klangvollen Namen Matheus Correia dos Santos so lange auf der Bank schmoren lassen kann. Auch im Sinne aller Namenswitze, die ich vorbereitet hatte.
Gelbe Karte für Bogdan Alexandru Cristescu (43)
Nachdem er und David Otto sich schon vorher konfliktreich angenähert hatten, wird wieder eine Zärtlichkeit ausgetauscht, die eine Verwarnung zur Folge hat.

+++ EXKLUSIV +++ Anscheinend wurde soeben der Vater von Florian Wirtz im Stadion gesichtet. Oder jemand, der ihm sehr ähnlich sieht. Ob er sich den beteiligten Vereinen anbieten will? Wir bleiben dran. +++ EXKLUSIV +++
Gelbe Karte für Nico Plattek (7)

Nun haben wir die Konstellation, die manche wohl angesichts der Ligenzugehörigkeit der Finalisten schon früher erwartet hätten. Pforzheim muss jetzt zeigen, dass Goldstadt nicht nur ein süßer Spitzname, sondern ein Mindset ist.
Tor durch Taylan Duman (5)
Und dann klappt es doch! Flanke von links, per Flugkopfball sehenswert abgewehrt, aber leider nur an den Sechzehner, wo Duman bereitsteht und den Rekordpokalsieger in Führung bringt.


Die Teams sind zurück und legen gleich wieder los wie die Feuerwehr! Einen scharfen Ball in den Strafraum kann Türkspor nicht klären und auch Fehlers Abschluss in der Mitte hat Hand und Fuß. Nur Fuß wäre aber besser gewesen und daher zählt das Tor nicht.
Beginn der zweiten Halbzeit

Das ist auch der Schlusspunkt der ersten Hälfte. Während Türkspor am Anfang und Ende die besseren Chancen hatte, trat Sandhausen dazwischen etwas dominanter auf. Unterm Strich steht ein auch in dieser Höhe verdientes 0:0, das für Durchgang zwei alles offen hält. Wir bleiben gespannt und nutzen die Pause für einen beherzten Tempolauf an den Grill. Gleich geht's weiter.
Halbzeit der Begegnung

Torschuss durch Khery Hamka (29)
Auf seinem Sololauf durchs Mittelfeld spielt Hamka mit etwas Glück dem Gegenspieler durch die Beine, der ihm nur mit großen Augen einen klassischen Tunnelblick hinterher werfen kann. Hamka bleibt am Ball, zieht am Sechzehner ab und verfehlt nur knapp.
Torschuss durch Bogdan Alexandru Cristescu (43)
Und gerade, als die Schlange an der Aperolbar zu wachsen beginnt und alles sich auf ein Ausplätschern der ersten Halbzeit einstellt, köpft Cristescu doch noch einmal gefährlich für Türkspor aufs Tor!
Wieder ein Angriff auf das Pforzheimer Tor. Mit einem Schnittstellenpass wird die Türkspor-Verteidigung ausgehebelt und Fehler gleitet durch die gegnerische Abwehr wie eine warme Schere durch weiches Geschenkpapier. Danach wird er leider seinem Namen gerecht und flankt in den einzigen Gelben, der da noch steht. Da war mehr drin.
Torschuss durch Sebastian Stolze (36)
Wieder ein Abschluss für die Schwarz-Weißen. Nachdem vorher Türkspor deutlich auffälliger spielte, übernehmen hier mehr und mehr die Sandhäuser das Ruder.
Torschuss durch Luca-Milan Zander (19)
Auch der SVS nähert sich mal gefährlich an! Nach einer Flanke schraubt sich die Nummer 19 am Fünfmeterraum hoch wie der Zander im Karpfenteich und Pendlinger klärt in höchster Not am kurzen Pfosten. Mal wieder Eckball.
Nico Plattek mit einem Fallrückzieher in der eigenen Hälfte. Das ist es, was ich in so einem Amateurpokalfinale sehen will!
Bisher ist kein Klassenunterschied festzustellen. Dass Eppingen ein Ort für Pokalsensationen ist, wird der gastgebende VfB auch nie müde zu betonen, seit er 1974 den großen Hamburger SV aus dem DFB-Pokal geworfen hat. SVS-Trainer Dennis Diekmeier hatte bestimmt Albträume.
Doppelchance für Türkspor! Erst wird eine Flanke von rechts haarscharf verpasst, dann scheitert Kizilarslan am sehenswert parierenden Rehnen.
Bisher ein ansehnlicher Kick auf einem bemerkenswert gut gepflegten Spielfeld. Angesichts des Spieltempos, das daraus resultiert, ist es auch keine Überraschung, dass sich irgendwann mal jemand das Wort Rasen dafür ausgedacht hat.
Torschuss durch Alan Delic (21)
Man kann Delicious nicht ohne Delic schreiben. Mit dem zweiten saftigen Abschluss über die rechte Seite nähern sich die Pforzheimer dem Tor an und es wird gefährlicher.
Ecke für SV Sandhausen
Kurze Regelkunde: Im BFV-Pokal gilt NICHT die bekannte Regel Drei Ecken ein Elfer. Drei Einwürfe ein Eckball gibt es erst ab der Verlängerung.
Das Spiel läuft und Pforzheim gibt den ersten Torschuss ab. Mal sehen, ob der SVS es noch bereuen wird, nur einen Torwart aufgestellt zu haben.
Anpfiff der Begegnung

Platzwahl. Im Stadion ist die Erleichterung zu spüren, dass nur eine Münze und kein Handtuch geworfen wird. Die Anreise war also nicht umsonst.
Die Teams haben sich auf dem Feld aufgestellt und das Badnerlied erklingt. Ein untrügliches Zeichen, dass es gleich losgeht.
In der Verbandsliga war Türkspor übrigens beim gastgebenden Verein VfB Eppingen gefordert, kennt den Platz damit bestens und hat fast eine Art Heimspiel. Das schlägt sich auch in den vielen gelb-schwarzen Fahnen nieder, die das Stadionrund schmücken.
Was auch schnell auffällt: In diesem Finale spielen weder Manchester United noch die Tottenham Hotspurs. Damit ist der große Gewinner schon jetzt der Fußballsport.
Der Gegenentwurf zum Saisonverlauf des SVS ist auf der anderen Seite des Feldes zu begutachten. Türkspor Pforzheim gelang vor einem Jahr der Aufstieg in die Verbandsliga. Dort mischte man als Neuling gleich im Spitzenfeld mit. Am Ende steht ein bemerkenswerter vierter Platz, der heute noch mit einem Pokalsieg veredelt werden soll.
Wie immer am Finaltag der Amateure wirft auch das DFB-Pokalfinale seinen Schatten voraus. Arminia Bielefeld könnte heute Abend der erste Drittligist werden, der den DFB-Pokal gewinnt. Der SVS bastelt mit dem eigenen Abstieg und dem für heute angepeilten BFV-Pokalsieg schon an der nächsten Sensation und will im kommenden Jahr als erster Regionalligist in Berlin die Trophäe in die Höhe recken. Konsequent zu Ende gedacht, ist der Weg zum Gewinn der Klubweltmeisterschaft 2029 in Nordkorea, dann als Kreisligist, quasi vorgezeichnet.
Bei Pforzheim fällt auf, dass Toptorjäger Matheus Correia Dos Santos nur auf der Bank Platz nimmt. Fühlt sich Türkspor schon so siegessicher oder ist das der Trumpf für die Verlängerung? Wir bleiben gespannt.
Während die Teams sich auf dem Feld bereits intensiv aufwärmen, flattern die Aufstellungen herein. Wie erwartet 11 gegen 11. Im Vorfeld hatten sich hartnäckig Gerüchte gehalten, dass der SVS eine defensive Herangehensweise wählen könnte. Von den fünf (!) Torhütern, die in der zurückliegenden Saison eingesetzt wurden, spielt aber doch erst mal nur einer.
Die Sonne brutzelt, die Steaks ebenso und angesichts des vielen weißen Rauchs muss man fürchten, dass ein Papst gegrillt wurde.
Samstag, 24.5. Ein Tag, um Geschichte zu schreiben - oder zumindest einen Liveticker. Der VfB Eppingen ist Gastgeber beim heutigen Finale des BFV-Rothauspokals, in dem sich GU-Türk. SV Pforzheim und der SV Sandhausen gegenüber stehen. Herzlich willkommen auch von meiner Seite.