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Torjägerin Alina Seifert:

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24 Treffer markierte Alina Seifert in nur zehn Saisonspielen für den ESV Lok Meiningen in der Thüringenliga. Damit liegt die 25-Jährige im Kampf um die Torjägerkanone für alle in der 4. Liga nur sechs Tore hinter der führenden Ex-Nationalspielerin und Olympiasiegerin Mandy Islacker, die für den FC Schalke 04 in zwölf Begegnungen 30-mal erfolgreich war. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht Alina Seifert, die in Jena auf Lehramt Biologie und Sport studiert, über Jule Brand, Thomas Müller und ihre Saisonziele.

FUSSBALL.DE: Mit 24 Treffern mischen Sie im Ranking um die Torjägerkanone für alle ganz oben mit. Was würde es Ihnen bedeuten, Olympiasiegerin Mandy Islacker im Saisonfinale noch zu überholen, Frau Seifert?

Alina Seifert: Das wäre ein absolutes Sahneschnittchen, wenn ich das schaffen würde. Der Gewinn der Torjägerkanone spiegelt auch die Leistungen einer gesamten Mannschaft wider und ist etwas, was man nicht alle Tage erreichen kann. Ich werde alles geben.

Dabei spielen Sie gerade Ihre erste Saison für ESV Lok Meiningen...

Seifert: Das stimmt. Ich habe vorher in Dresden gelebt, bin 2020 wegen meines Studiums nach Jena gezogen. In den zurückliegenden Jahren habe ich beim FC Carl Zeiss Jena in der zweiten Mannschaft gespielt. Dort habe ich viel gelernt, bin aber nicht auf die gewünschten Einsatzzeiten gekommen. Dadurch habe ich die Lust am Fußball ein wenig verloren und mich deshalb zunächst einer ganz anderen Aufgabe gewidmet.

Warum haben Sie nach Ihrer Zeit in Jena zunächst für ein Jahr pausiert?

Seifert: Im Sommer 2024 habe ich Jena verlassen und mich als Trainerin ausprobiert. Für neun Monate habe ich die Frauen beim SV SCHOTT Jena gecoacht. Ende März spielen wir zu Hause gegen den SV SCHOTT Jena, worauf ich mich sehr freue. Die meisten Spielerinnen unseres kommenden Gegners habe ich selbst trainiert. (lacht)

Neben Ihrem Engagement beim ESV Lok Meiningen gehen Sie parallel auch in der Regionalliga Nordost für den 1. FFC Fortuna Dresden auf Torejagd. Wie bekommen Sie das alles unter einem Hut?

Alina Seifert: Mein Erstspielrecht liegt beim 1. FFC Fortuna Dresden, für den ich in dieser Saison drei Spiele absolviert habe. Parallel habe ich ein Zweitspielrecht beim ESV Lok Meiningen in der Thüringenliga. Der Vereinswechsel, den ich im April 2025 vollzogen habe, hat mir einen mächtigen Motivationsschub gegeben. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben. Ich wohne in Jena, pendele zwischen beiden Städten, die ungefähr 240 Kilometer auseinanderliegen, verbringe viele Stunden im Auto.

<h4>"Ich möchte ungeschlagen Meister werden und so viele Tore wie möglich schießen"</h4>

Im Viertelfinale des Landespokals geht es am Samstag gegen die U 20-Juniorinnen des FC Carl Zeiss Jena. Was haben Sie sich gegen Ihren Ex-Klub vorgenommen?

Seifert: Der FC Carl Zeiss Jena II spielt in der Regionalliga Nordost und geht als Favorit ins Spiel. Wir wollen die Partie lange offen gestalten, keinen Gegentreffer kassieren und dann möglichst eiskalt zuschlagen, wenn wir unsere Chance bekommen. (lacht)

Waren Sie immer schon so torgefährlich, oder hat sich das über die Jahre entwickelt?

Seifert: In Jena wurde ich meistens als Abwehrspielerin eingesetzt. Erst beim ESV Lok Meiningen hat man meine Torjägerqualitäten erkannt. (lacht)

Was zeichnet den ESV Lok Meiningen ganz besonders aus?

Seifert: Der ESV Lok Meiningen hat viermal in Folge die Meisterschaft geholt und jedes Mal aus wirtschaftlichen Gründen auf den möglichen Aufstieg verzichtet. Wenn alles nach Plan läuft, dann feiern wir am Saisonende die fünfte Meisterschaft in Serie. Trotz aller Erfolge nehmen wir jeden Gegner ernst und bleiben bodenständig.

Wie ist die Begeisterung für den Fußball bei Ihnen entstanden?

Seifert: In der Schule habe ich immer mit den Jungs auf dem Bolzplatz gekickt. Mit elf Jahren bin ich erst relativ spät zum Fußball gekommen, hatte mich zuvor für Turmspringen und Schwimmen begeistert.

Mit welchen Vorbildern sind Sie groß geworden?

Seifert: Meine großen Vorbilder bei den Männern waren die Weltmeister Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller. Bei den Frauen gefällt mir die Spielweise von Nationalspielerin Jule Brand sehr gut.

Bei welchen Dingen können Sie besonders gut abschalten?

Seifert: Tatsächlich beim Fußball. Ich freue mich auf jede Trainingseinheit und jedes Spiel. Wenn ich auf dem Platz stehe, kann ich am besten abschalten.

Welche Ziele haben Sie sich für diese Spielzeit gesetzt?

Seifert: Wir haben bislang alle Spiele gewonnen. Ich möchte ungeschlagen Meister werden und darüber hinaus so viele Tore wie möglich schießen.

Ist bereits eine Meisterfeier geplant?

Seifert: Im Vorjahr hatten wir mit Freunden und Familien gefeiert, nach der Pokalübergabe gegrillt und uns einen schönen Abend im Vereinsheim machen. Gegen eine Wiederholung habe ich nichts einzuwenden.

Autor*in
Autor/-in: Peter Haidinger/MSPW