Pokal-Halbfinale: FC Emmelshausen-Karbach hofft auf
Beim FC Emmelshausen-Karbach laufen die Vorbereitungen auf das Spiel des Jahres auf Hochtouren. Der Tabellenvierte der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar bekommt es am Mittwoch, 1. April (ab 19.30 Uhr), im Halbfinale um den Rheinlandpokal mit dem SV Eintracht-Trier aus der Regionalliga Südwest zu tun.
"Wir freuen uns auf einen bekannten Traditionsklub aus der Region, der auch viele Zuschauer mitbringen wird", erklärt der Sportliche Leiter Thomas Wunderlich im Gespräch mit FUSSBALL.DE. "Unser Wunsch wäre eine Kulisse von insgesamt mehr als 1000 Fans. Um dafür gerüstet zu sein, müssen wir uns um viele Dinge kümmern, beispielsweise eine ausreichende Verpflegung. Dazu gibt es auch sicherheitsrelevante Dinge zu organisieren."
Durch Fusion "bei Infrastruktur besser aufgestellt"
Dabei kommt es dem FC Emmelshausen-Karbach durchaus zugute, dass der Verein in seiner jetzigen Form erst seit dem zurückliegenden Sommer besteht. Unter anderem aufgrund der späten Anstoßzeit weicht der aus den Fußballabteilungen des TSV Emmelshausen, des FC Karbach 1920 und des FSV Leiningen-Norath gebildete Fusionsklub von seiner gewohnten Liga-Spielstätte Quintinsberg in Karbach in die Gipp-Arena nach Emmelshausen aus.
"Durch die Fusion sind wir unter anderem bei der Infrastruktur besser aufgestellt", so Wunderlich. "Von den Plätzen, die über eine Flutlichtanlage verfügen, hat der in Emmelshausen den Vorteil, dass wir dort auf einen modernen Gastrobereich und kurze Wege zurückgreifen können." Den größten Pluspunkt sehen der 54-Jährige und die anderen Vereinsverantwortlichen in der nun größeren Zukunftsperspektive. "Was helfende Hände angeht, sind wir nun breiter aufgestellt - sowohl für die Vorstandsarbeit als auch bei zusätzlichen Ehrenamtlern."
So ist es ein wesentliches Ziel des Vereins, die Jugendarbeit voranzubringen. "Mit Linus Peuter und Janik Otto haben wir Spieler im Kader, die im Hunsrück - und damit unserer Region - fußballerisch ausgebildet worden sind", betont Thomas Wunderlich. "Diesen Anteil wollen wir in den nächsten Jahren erhöhen und Spielern aus dem eigenen Nachwuchs zum Sprung in die erste Mannschaft verhelfen."
Der aktuelle Kader weiß unter anderem in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zu überzeugen. Mit 45 Zählern aus 23 Begegnungen steht - punktgleich mit der TuS Koblenz - derzeit der vierte Tabellenplatz zu Buche. Der FC Emmelshausen-Karbach könnte also im ersten Jahr des Bestehens die zuvor beste Platzierung des FC Karbach (Rang drei in der Saison 2015/2016) einstellen.
<h4>"Im Pokal können Außenseiter immer mal wieder über sich hinauswachsen und Favoriten Probleme bereiten"</h4>
"Unsere sportliche Situation macht mich durchaus stolz", sagt Thomas Wunderlich. "Die Gespräche über die Fusion waren vom ersten Tag an unkompliziert. Es standen schnell viele junge Leute aus der Region hinter dieser Idee. Dabei haben wir tolle Charaktere für uns gefunden. Die Mischung aus entwicklungsfähigen Spielern und erfahrenen Stützen stimmt."
Zu den Routiniers zählt unter anderem Angreifer Max Wilschrey (30), der mit aktuell 16 Treffern den zweiten Platz der Torschützenliste belegt. Hinzu kommen noch Innenverteidiger Tim Puttkammer (34), der im Verbandspokal-Viertelfinale bei der SG 06 Betzdorf sein 500. Pflichtspiel für den FC Karbach beziehungsweise den FC Emmelshausen-Karbach bestritten hat, sowie Kapitän Jannik Mohr (29). "Viele unserer Spieler haben bereits in die Regionalliga reingeschnuppert und wissen daher, worauf es ankommt."
Für den FC Emmelshausen-Karbach ist die Regionalliga Südwest in nächster Zeit "kein Thema, mit dem wir uns auseinandersetzen", so Wunderlich. "Für die Spielklasse gehört sehr viel dazu. Der TSV Schott Mainz tut sich zum Beispiel trotz des souveränen Titelgewinns in der Oberliga nun in der Regionalliga sehr schwer, regelmäßig zu punkten. Wir wollen einfach nur so viele Partien wie möglich gewinnen. Bis auf das Rückrundenspiel gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern konnten wir gegen jedes Spitzenteam punkten. Nur gegen einige Teams haben wir Punkte liegengelassen. Da wollen wir in Zukunft noch konstanter werden."
Im Rheinlandpokal ist der FC Emmelshausen-Karbach dagegen seiner Favoritenrolle in den bisherigen Runden regelmäßig gerecht geworden. Auf dem Weg ins Halbfinale wurden die klassentieferen Teams SG Weißenthurm/Urmitz (9:0), TuS Immendorf (2:0), FV Hunsrückhöhe Morbach (3:2) und SG 06 Betzdorf (4:1) bezwungen. "Im Pokal können Außenseiter immer mal wieder über sich hinauswachsen und den Favoriten Probleme bereiten. Wir haben aber insgesamt eine souveräne Runde gespielt. Ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass eines der Spiele kippen könnte."
"Spiel möglichst lange offenhalten"
Ganz anders ist für den Fünftligisten aber nun die Ausgangssituation vor dem Halbfinale gegen den SV Eintracht-Trier. "Außer der TuS Koblenz gibt es bei uns in der Region nichts Vergleichbares, was die Historie und die Fanbasis angeht", erklärt Thomas Wunderlich voller Vorfreude. "Wir haben ein absolut tolles Los erwischt, wissen aber natürlich auch, wie schwer die Aufgabe sein wird."
Wenn sich die Trierer kurz vor Ostern in der Gipp-Arena vorstellen, wird es für den FC Emmelshausen-Karbach zum Wiedersehen mit Eintracht-Trainer Thomas Klasen kommen. Der FC Karbach war ab Juli 2013 die letzte Spielerstation des 42-Jährigen, in der Saison 2016/2017 war er im Verein als spielender Co-Trainer tätig. "Thommy ist ein super Typ mit einer tollen Idee vom Fußball", sagt der Sportchef des Außenseiters. "Er versteht es sehr gut, seine Teams auf den Gegner einzustellen. Es besteht auch weiterhin Kontakt."
Gegen den SV Eintracht-Trier, "der auf einen breit aufgestellten Kader zurückgreifen kann", weiß Wunderlich um die Außenseiterrolle. Damit nach dem FC Karbach (2019/2020 und 2021/2022) auch der FC Emmelshausen-Karbach das Endspiel um den Rheinlandpokal erreichen kann, "muss es ein besonderer Tag sein. Wir müssen Standardsituationen vermeiden und die Anzahl an Fehlern minimieren. Trier hat als Regionalligist genug Qualität, um das gnadenlos auszunutzen. Wir müssen auf die Wucht und die Dynamik des Gegners vorbereitet sein. Dann können wir das Spiel möglichst lange offenhalten."
