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Ehrenamtspate Brings:

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Die Kölsche Band und das Ehrenamt: Peter Brings, Frontsänger und Gesicht der deutschlandweit bekannten kölschen Band "Brings", ist Ehrenamtspate 2026 in seiner Heimatstadt Köln. "Wer könnte jemals auffangen, was Vereine, Projekte oder Einzelpersonen einfach so freiwillig leisten?", fragt er und ergänzt: "Ehrenamtliche leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gemeinschaft." Brings ist aber auch Fußballfan. FUSSBALL.DE spricht mit dem 61-Jährigen über das Ehrenamt und den Amateurfußball.

FUSSBALL.DE: Peter Brings, wieso ist es Ihnen wichtig, sich für das Ehrenamt einzusetzen?

Peter Brings: Wir sind als Musiker viel im Karneval unterwegs. Das Fundament des Karnevals ist das Ehrenamt. Genauso ist es im Amateurfußball. Ohne Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, würde das ganze System nicht funktionieren.

Wenn Sie das so drastisch formulieren: Wird das Ehrenamt in der allgemeinen Wahrnehmung überhaupt genug Wert geschätzt?

Brings: Nein, natürlich nicht. Was passiert, wenn das Ehrenamt wegbricht, wird man erst dann merken, wenn es tatsächlich soweit ist. Wir sollten uns glücklich schätzen, dass sich immer noch so viele Menschen ehrenamtlich einbringen. Aber es werden weniger – und das ist keine gute Entwicklung.

Bringen Sie sich als Band auch ehrenamtlich ein?

Brings: Natürlich. Wir spielen zum Beispiel teilweise Konzerte umsonst, wenn ein guter Zweck hinter der Veranstaltung steht. Aber wir bringen uns auch im Amateurfußball ein. Denn der Amateurfußball ist für mich der echte Fußball.

Wie meinen Sie das?

Brings: Man muss doch nur mal an einem Sonntagnachmittag auf die Sportanlage gehen. Da sieht man dann, dass die Menschen für ihre Mannschaft und ihren Verein leben. Das ist Leidenschaft. Und auch für die Kinder ist Amateurfußball ganz wichtig: Die kommen in ihren Teams zusammen und lernen ganz viel fürs Leben.

Zum Beispiel?

Brings: Dass man zusammen gewinnt, aber auch mal verliert. Dass es Hierarchien innerhalb einer Gruppe gibt. Und ganz allgemein: Viele werden auf dem Fußballplatz sozialisiert. Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Und deshalb engagieren wir uns als Band auch gerne im Amateurfußball.

<h4>"Das ist ein Bild, das mich glücklich macht - da geht mir das Herz auf"</h4>

Wie bringen Sie sich ein?

Brings: Der SC West ist der Verein, der in unserem Stadtteil in Köln zu Hause ist. Da mieten wir die Banden an und unterstützen den Verein so finanziell. Außerdem haben wir den Bambinis einen neuen Trikotsatz bezahlt, dazu natürlich auch die Hosen und die Stutzen. Die Jungs laufen jetzt mit dem Brings-Schriftzug über die Sportplätze der Stadt. Das ist ein Bild, das mich glücklich macht. Da geht mir das Herz auf.

Warum machen Sie das?

Brings: Weil wir etwas zurückgeben wollen. Wir sind bekannte Musiker. Uns geht es gut. Da ist es doch nur selbstverständlich, dass wir uns einbringen, wo es möglich ist und wo es Sinn macht.

Haben Sie selbst auch mal Fußball gespielt?

Brings: Klar, früher als kleiner Junge. Aber das ist wirklich schon verdammt lange her. Mein Verein war früher der SuS Nippes 12. Da habe ich ein paar Jahre gekickt. Aber letztlich ist der Fußball nicht meine Sportart geworden. Ich konnte mich eher für das Rudern begeistern.

Geht es für Sie auch ganz ohne Fußball?

Brings: Auf keinen Fall. Wenn ich Zeit habe, schaue ich gerne auf der Anlage bei mir um die Ecke vorbei. Und selbstverständlich verfolge ich auch den 1. FC Köln und leide mit ihm. Wer in dieser Stadt lebt und hier groß geworden ist, kommt da gar nicht drumherum. Wenn der FC verliert, ist die Stadt schlecht gelaunt. Wenn er gewinnt, wird gefeiert. Der FC gehört zum Lebensgefühl dieser Stadt dazu. Auch für uns als Band gibt es ja immer wieder Verknüpfungspunkte mit dem FC.

Brings feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Bandbestehen. Was bedeutet Ihnen das?

Brings: Das ist eine Hausnummer, auf die wir alle stolz sind. Ohne es zu hoch hängen zu wollen, würde ich schon sagen, dass wir mit unserer Musik viele kölsche Bands inspiriert haben. Wir sind seit 26 Jahren als Band im Karneval unterwegs. Ich glaube, dass wir ein ganz großes Stück Karneval sind. Der Karneval gehört zur DNA von Brings. Beides ist untrennbar miteinander verbunden.

Ihr erster großer Hit, der die Band bekannt gemacht hat, war "Superjeilezick". Wenn man diesen Song schon Tausende Mal gespielt hat, kann man den irgendwann nicht mehr hören?

Brings: Damit hat alles begonnen, damit sind wir richtig durchgestartet. "Superjeilezick" war unser Durchbruch. Danach kamen Hits wie "Kölsche Jung" oder "Halleluja". Die Lieder haben uns berühmt gemacht. Ich spiele sie heute immer noch sehr gerne, wie am ersten Tag. Das liegt aber auch daran, dass die Menschen die Nummern hören wollen. Besonders freue ich mich in diesem Zusammenhang auf das "Kunst!rasen"-Festival am 3. Juli in Bonn. Um bei der Frage zu bleiben: Das wird eine "Superjeilezick".

Autor*in
Autor/-in: Martin Schwartz