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BVB-Talent Emilia Pauls:

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"Ich habe eine Vision, dass wir mit dir die erste schwarzgelbe Nationalspielerin bekommen." Das sagte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer vor einiger Zeit in den "Ruhr-Nachrichten". Damit gemeint ist eine erst 16-Jährige: Emilia Pauls, das wohl größte Talent bei den Regionalliga-Frauen von Borussia Dortmund.

Die Schülerin wagte im vorigen Sommer von Grün-Weiß Nottuln im Münsterland, wo sie sogar bis vor wenigen Monaten noch per Zweispielrecht bei den U 17-Jungs kickte, den Sprung zum BVB und hat es inzwischen zur Stammspielerin in der ambitionierten Elf von Chefcoach Markus Högner geschafft. Die Ziele von Emilia Pauls könnten nicht größer sein: Sie will mit Dortmund in der Bundesliga spielen - und die Vision der BVB-Verantwortlichen von einer Borussin im DFB-Trikot gerne erfüllen. Auf dem Weg dahin wird sie bald auf eine 145-malige Nationalspielerin und zweimalige Champions-League-Siegerin treffen. Auch darüber spricht Emilia Pauls im FUSSBALL.DE-Interview.

FUSSBALL.DE: Hallo Emilia, was bedeutet es dir, das Trikot von Borussia Dortmund zu tragen, einem der größten Vereine der Welt?

Emilia Pauls: Die Dimension dieses Vereins war mir ehrlich gesagt anfangs gar nicht so bewusst. Wie zunehmender Dauer habe ich gemerkt, wie groß dieser Verein ist und wieviel auch in den Frauenfußball investiert wird. Da macht es mich natürlich stolz, das BVB-Trikot zu tragen.

Mit erst 16 Jahren spielst du schon regelmäßig bei den BVB-Frauen in der Regionalliga West und warst unter anderem im Testspiel gegen Juventus Turin dabei. Bist du eine Frühstarterin?

Pauls: Ich würde mich nicht zwingend als Frühstarterin bezeichnen. Ich habe fast meine gesamte Jugend ausschließlich mit und bei Jungs gespielt. Da habe ich sehr viel lernen können, was mir jetzt zugutekommt. Ich glaube, dadurch kann ich auch bei den BVB-Frauen gut mithalten.

Von wem schaust du dir im Team der BVB-Frauen am meisten ab - und bei wem sonst im Fußball?

Pauls: Ich schau mir von jeder Mitspielerin etwas ab. Jede hilft mir, mich weiterzuentwickeln. Wenn ich Fußball gucke, achte ich besonders auf die offensiven Akteure. Eine konkrete Spielerin oder einen speziellen Spieler gibt es nicht.

Bis vor Kurzem hast du noch zusätzlich mit einem Zweitspielrecht für die U 17-Junioren von Grün-Weiß Nottuln gekickt. War es kein Problem für dich, zum Beispiel am Wochenende von einem Tag auf den anderen vom Frauen- auf Jungs-Fußball umzuswitchen?

Pauls: Ich bin mit Jungsfußball groß geworden und das daher auch gewohnt. Beim Frauenfußball muss ich mich schon etwas umstellen, aber das Switchen war für mich gar kein Problem.

<h4>"Am liebsten würde ich irgendwann auch dahin kommen, wo Alex Popp jetzt ist"</h4>

Was sagen sie in Nottuln und bei deinem Heimatverein SuS Stadtlohn denn dazu, dass du für den großen BVB aufläufst und spielst?

Pauls: Das, was ich an Rückmeldung bekomme, ist sehr positiv. Sie freuen sich für mich.

Im nächsten Jahr mit Alexandra Popp…

Pauls: …worüber ich mich schon jetzt sehr freue. Ich hoffe, dass ich sehr viel von ihr lernen kann. Am liebsten würde ich irgendwann auch dahin kommen, wo Alex Popp jetzt ist. 

Welche Ziele hast du im Fußball allgemein und insbesondere mit Borussia Dortmund?

Pauls: Zunächst möchte ich mit Borussia Dortmund schnellstmöglich in die Bundesliga aufsteigen. Und natürlich ist es ein Traum, eines Tages für die A-Nationalmannschaft aufzulaufen. Aber daran denke ich nicht zu viel und mache mir auch keinen Druck. Aktuell ist wichtig, dass ich jeden Tag hart arbeite und viel lerne, um mich kontinuierlich zu verbessern.

Du gehst ja noch zur Schule. Wie schaffst du es, Unterricht und Hausaufgaben mit täglichem Training beim BVB, wo die Spielerinnen nominell Vollprofis sind, unter einen Hut zu bekommen?

Pauls: Das ist alles eine Sache der Organisation. Meine Eltern sind eine große Unterstützung, und auch die Schule steht dahinter. Und ich persönlich habe mich mit der Zeit an die Abläufe gewöhnt.

Autor*in
Autor/-in: Heiko Buschmann