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Buschmann wie Trubin: Torwarttor per Kopf

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Im Spiel der Bezirksliga Niederrhein Staffel 5 zwischen dem SC 20 Oberhausen und dem Duisburger FV 08 ist am Samstagabend die Nachspielzeit angesprochen. Nach dem Seitenwechsel hat der Spitzenreiter aus Duisburg zwar auf 2:3 verkürzt, doch dann tut sich vor dem gegnerischen Kasten lange nichts – bis DFV-Keeper Jonas Buschmann nach vorne geht. Nach einer Ecke schickt Trainer Mustafa Öztürk seinen Schlussmann in den gegnerischen Sechzehner. Er hofft, dass sein Schnapper wieder trifft, wie schon einmal vor mehr als drei Jahren. Buschmann sprintet in den gegnerischen Strafraum – und macht den Trubin. Der Ukrainer Anatoliy Trubin ist der ganzen Fußball-Welt bekannt, schockte der Torhüter im Trikot von Benfica Lissabon doch Champions-League-Rekordsieger Real Madrid mit einem Kopfballtor in der Nachspielzeit.

FUSSBALL.DE: Jonas Buschmann, was war da los am vergangenen Samstag in Oberhausen?

Jonas Buschmann: Wir haben leider eine schwache erste Halbzeit hingelegt und erst nach der Pause angefangen, vernünftig Fußball zu spielen. Als wir dann kurz vor Schluss immer noch mit 2:3 zurücklagen, hat mich der Trainer nach vorne geschickt.

Mustafa Öztürk wusste ja, dass Sie es können…

Buschmann: Wahrscheinlich hat er sich an die Szene erinnert, als mir für Mündelheim schon einmal ein Tor gelungen ist. Das war aber mit dem Fuß, nicht mit dem Kopf. Man kann also die beiden Tore nicht wirklich vergleichen.

Wie lief die Szene am Samstag genau ab?

Buschmann: Das war schon kurios. Mein Vater stand hinter meinem Tor, und als der Trainer gerufen hat, dass ich nach vorne gehen soll, habe ich zu ihm gesagt: "Jetzt mache ich den Trubin!" Ich hatte sogar ein gelbes Torwarttrikot an, wie der Keeper von Benfica. Dann ging es los: Tayfun Yildirim hat mit der Ausführung der Ecke extra auf mich gewartet – und dann war das Ding drin.

<h4>"Als Torwart träumt man davon, dass einem so etwas gelingt – vor allem, nachdem ein paar Tage vorher so ein Ding in der Champions League passiert ist"</h4>

Ein Kopfball wie Trubin!

Buschmann: So ähnlich. Der Eckball kam auf den langen Pfosten, mich hatte wohl keiner auf dem Schirm. Ich stand ziemlich frei und habe den Ball dann in die andere Ecke geköpft. Hat gut gepasst!

Und danach war Ekstase?

Buschmann: Klar, wir haben uns gefreut, aber das Spiel war ja noch nicht zu Ende. Der Schiedsrichter hat sieben Minuten Nachspielzeit angezeigt, und mein Tor zum 3:3 fiel ja in der 90. Minute. Wir haben auf den Sieg gedrückt und hatten auch noch einige dicke Chancen, das Spiel zu gewinnen. Einmal haben die Oberhausener sogar auf der Linie geklärt, aber der Ball wollte leider nicht noch mal rein.

Jetzt haben Sie einen neuen Spitznamen weg…

Buschmann: Klar, beim ersten Training in dieser Woche haben mich die Jungs nur "Goalgetter" und "Trubin" genannt. Ich finde das witzig. Als Torwart träumt man doch davon, dass einem so etwas mal gelingt – vor allem, nachdem ein paar Tage vorher so ein Ding in der Champions League passiert ist.

Nächsten Sonntag geht es für Sie mit einem Heimspiel gegen GSG Duisburg weiter. Machen Sie dann wieder den Trubin?

Buschmann: Das kann man nicht beliebig oft wiederholen. Wichtig ist, dass wir das Spiel gewinnen. Wir wollten gut aus der Winterpause kommen und hatten uns schon in Oberhausen viel vorgenommen. Jetzt müssen zu Hause drei Punkte her – und die Tore können ruhig die Jungs vor mir schießen.

Autor*in
Autor/-in: Günter Schneider